auftragsschweißen

Was ist Auftragschweißen?

Wenn man von Auftragschweißen spricht, hat das nichts mit einem Auftrag zu tun, der aus Schweißarbeiten besteht. Vielmehr geht es um den Materialauftrag, also eine Aufschichtung von neuem Material auf bestehendes Material, welcher durch das Fügeverfahren Schweißen hergestellt werden soll. Das Auftragschweißen, oder auch ,,cladding’’ genannt, kann hierbei durch mehrere standardisierte Verfahren auf Werkstücke angewendet werden. Grundsätzlich können, wie beim gewöhnlichen Schweißprozess auch, nahezu alle metallischen Werkstoffe mit diesem Verfahren bearbeitet werden. In den nachfolgenden Abschnitten sollen die Besonderheiten und der Nutzen des Auftragschweißens noch weiter erläutert werden. In der Metallverarbeitung München von Stoll Feinblechtechnik kommt dieses Verfahren in der Regel nicht zum Einsatz, kann jedoch auf Anfrage durchgeführt werden.

 

Welche Materialien können mit Auftragschweißen bearbeitet werden?

Wie bereits angedeutet, können mit Auftragschweißen, genau wie bei anderen Schweißverfahren auch, nahezu alle metallischen Werkstoffe bearbeitet werden. Eine Auftragschweißung kann bei Stahl, Edelstahl oder Aluminium, Titan oder Nickellegierungen und vielen anderen Metallen durchgeführt werden. Durch den Auftrag an der Oberfläche des behandelten Materials soll eine Verbesserung dieser gegenüber bestimmten Umwelteinflüssen erzielt werden. So können Metallkonstruktionen beispielsweise verstärkt werden, um deren Verschleiß zu reduzieren. Der nachfolgende Abschnitt legt dar, wie das Auftragschweißen durchgeführt wird, wie es funktioniert und welche eventuellen Besonderheiten es bei der Durchführung zu beachten gibt.

 

Wie funktioniert Auftragschweißen?

Das Auftragschweißen stellt eine Beschichtung eines Werkstücks mit einer besonderen Oberfläche dar. Dabei muss ein geeigneter Auftragswerkstoff für den Einsatz am vorgesehenen Grundwerkstoff ausgewählt werden, welcher dann mit dem dafür geeigneten Schweißverfahren aufgebracht werden kann. Dafür steht eine ganze Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel das Laser Pulver Auftragschweißen, das Plasma Pulver Auftragschweißen, das WIG Auftragschweißen, das Auftragschweißen mit MAG oder das Laser Draht Auftragschweißen. All diese Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile, welche es beim Auftragschweißen abzuwägen gilt und demnach die bestmögliche Anwendung für das zu behandelnde Werkstück auszuwählen. Für großflächige Bauteile gibt es beim Auftragschweißen Verfahren, welche einen hohen Durchsatz ermöglichen. Zu diesen Hochleistungsverfahren zählt unter anderem das Elektroschlacke-Bandauftragschweißen oder das Unterpulver-Bandauftragschweißen.

 

Welche Ziele werden mit Auftragschweißen verfolgt?

Durch die Auftragschweißung soll am Werkstück eine qualitativ höherwertige Oberfläche hergestellt werden. Dabei ist es egal, welches Verfahren letztlich am Werkstück durchgeführt wird. Ob nun Plasma Auftragschweißen oder Pulver Auftragschweißen – Am Ende sollen alle Schweißverfahren den gleichen Zweck erfüllen: die Verbesserung der ursprünglichen Oberfläche des Werkstücks. Dabei gibt es drei wesentliche Ziele, die mit dem Auftragschweißen erreicht werden sollen. Zum einen besteht die Möglichkeit der Panzerung, welche eine Verbesserung des Schutzes gegenüber Verschleißerscheinungen herbeiführen soll. Man spricht in diesem Fall vom Schutz vor Abrasion. Eine weitere Möglichkeit ist das Plattieren, welche den Schutz vor Korrosion verbessert. Und die Letzte der drei grundlegenden Varianten ist das Puffern. Dieses Auftragschweißen kommt zum Einsatz, wenn zwei Werkstoffe verbunden werden sollen, welche sich sonst metallurgisch nicht vereinigen ließen. Durch die Pufferschicht, welche zuerst mit dem einen und dann mit dem anderen Material verbunden wird, um letzten Endes eine Verbindung der Materialien zu erreichen.

 

Welche Vorteile bietet Auftragschweißen?

Das Verfahren des Auftragschweißens wird in der Regel bei Reparatur oder Ausbesserungsarbeiten eingesetzt. Daher gehen eine Reihe von Vorteilen mit dem Verfahren einher, da eine aufwendige und häufig deutlich teurere Erneuerung vermieden werden kann. Bei der Neufertigung von Bauteilen spielt das Verfahren eine vergleichsweise kleine Rolle. Höchstens aus wirtschaftlichen Aspekten kann bei Bauteilen, welche nur punktuellen Schutz vor Umwelteinflüssen benötigen, auf Auftragschweißen zurückgegriffen werden, um diese Verbesserung zu erreichen ohne das ganze Bauteil aus einem höherwertigen Material herstellen zu müssen. Bei Reparaturen ist es besonders von Vorteil, da der Einsatz kaum abhängig von der Bauteilgeometrie ist, die Haftung zwischen Bauteil und Beschichtung sehr stabil ist sowie dichte Schichten und eine gute Wärmeleitung von der Beschichtung in das Bauteil erreicht werden können.

 

Welche Anwendungsbereiche hat Auftragschweißen?

Das Auftragschweißen findet Anwendung in sehr vielen Branchen der Industrie. Egal ob das Auftragschweißen als Verschleißschutz, als Korrosionsschutz oder als Pufferschicht eingesetzt wird. Das Haupteinsatzgebiet dieses Verfahrens ist jedoch der Kraftwerksbau. In Kraftwerken unterliegen bestimmte Bauteile sehr starken Umwelteinflüssen, wie zum Beispiel eine hohe Belastung durch aggressive Abgase. Dies zieht das Material über einen bestimmten Zeitraum in Mitleidenschaft, was sich durch einen hohen Materialabtrag bemerkbar macht. Diese Besonderheit trifft vor allem bei Biomasseheizkraftwerken oder bestimmten Müllverbrennungsanlagen auf, die oft einen hohen Schwefel- oder Halogenanteil im Rauch beinhalten.

 

Was sollte man noch über Auftragschweißen wissen?

Wie bereits angesprochen, wird das Verfahren in der Regel nur zu Reparatur oder Modifikationszwecken an bestehenden Bauteilen benutzt. Daher findet sich das Verfahren auch nicht in der Schweißtechnik München von Stoll Feinblechtechnik wieder. Um die schützenden Eigenschaften vor Korrosion oder Verschleiß bei einem Bauteil zu realisieren, sollte man sich bereits bei der Konstruktion über die Umwelteinflüsse Gedanken machen, welche im Einsatz auf das Bauteil wirken. Bereits die Auswahl des Materials hat einen großen Einfluss auf das Korrosionsverhalten oder die Verschleißfestigkeit. Während unbehandelter Stahl unter Einfluss von Wasser leicht zu korrodieren beginnt, ist es ungleich fester als Aluminium. Dieses zeichnet sich wiederum durch sein geringes Gewicht aus und macht es somit für gewisse Einsatzzwecke unerlässlich. Doch auch nach Materialauswahl lässt sich das Verhalten des Bauteils und seiner Oberfläche noch beeinflussen. Bestimmte Beschichtungsverfahren, abgesehen vom Auftragschweißen, bieten auch einen hohen Schutz vor äußeren Einflüssen. Hierzu zählen zum Beispiel das Verzinken, Lackieren oder das Pulverbeschichten von Bauteilen. Egal für welches Verfahren Sie sich entscheiden – Stoll Feinblechtechnik ist Spezialist für die Bearbeitung metallischer Oberflächen und ist Ihr kompetenter Partner bei der Umsetzung komplexer Herausforderungen.

 

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